Website-Ladezeit messen und optimieren

ladezeiten-optimieren-gtmetrixDie Ladezeit einer Website ist einer der Faktoren, die bei der Suchmaschinen­optimierung noch allzu oft unterschätzt werden. Dabei ist die Ladezeit es eines der ersten Qualitätsmerkmale einer Website, mit dem der Besucher in Berührung kommt. Sie ist quasi das Entree und die Visitenkarte des Hauses. Niemand wartet gerne am Eingang auf seinen Einlass. Und genauso verhält es sich auch online. In Zeiten der „Sofortness“ sind es Sekunden, die über Erfolg der Website und die Gunst des Besuchers entscheiden. Daher sollte das Thema „Website Ladezeit“ und das hierbei bestehende Optimierungspotential nicht unterschätzt werden.

Im Folgenden wird auf die Bedeutung der Ladezeit einer Website und die Möglichkeiten der Optimierung eingegangen.

Website Ladezeit – Zeit ist Geld

Man ahnt es und es bestätigt sich in zahlreichen Tests immer wieder – Zeit ist Geld. Diese alte Weisheit gilt verstärkt im Online-Bereich, wo Informationen wie Sand am Meer verfügbar und nur einen Klick weit entfernt liegen. Diese ständige Erreichbarkeit von Inhalten und die enorme Konkurrenzlage in vielen Bereichen des Webs machen es dem Besucher leicht, abzuspringen wenn es ihm auf einer Website zu lange dauert. Über ein Drittel aller Internetnutzer mit Breitband-Internet sind nicht bereit länger als vier Sekunden auf den Aufbau einer Website zu warten (Quelle: Andrew King, Website Optimization). Damit ist die Ladezeit ein entscheidender Erfolgs- und Umsatzfaktor im Internet. Und damit besteht eine eindeutige Korrelation zwischen der Ladezeit einer Website und der Abbruchrate der User.

Laut Fastcompany.com würde eine theoretisch um eine Sekunde längere Ladezeit den Versandriesen Amazon nach dessen eigener Berechnung bis zu 1,6 Milliarden Dollar an eingebüßten Verkäufen kosten – jedes Jahr. Dies ist zwar nur ein Rechenbeispiel, aber eines das verdeutlicht, worum es den Internet-Nutzern geht – Schnelligkeit und ein flüssiges Surferlebnis. Wenn es hakt und stockt, verlässt einen scheinbar schnell die Lust am Shopping.

Ladezeit ein Rankingfaktor

Aber direkte Abbrüche der Nutzer sind nicht das einzige Problem das lange Ladezeiten bei Websites nach sich ziehen. Ladezeit hat auch einen direkten Einfluss auf die Platzierung in Suchmaschinen. Dies wird spätestens klar, wenn man einen näheren Blick auf die Webmaster Richtlinien von Google wirft. Googles erklärtes Ziel in diesem Zusammenhang ist es, eine großartige Nutzererfahrung zu ermöglichen. Und schnelle Websites tragen erheblich zu einem solchen Surferlebnis bei. Daher liegt es nahe, bei vergleichbaren Websites, derjenigen den Vorrang einzuräumen, die schneller und somit benutzerfreundlicher ist.

Ladezeit messen mit GTMetrix.com

screenshot-gtmetrixAber wie kann ich herausfinden, wie schnell meine Seite wirklich ist? Und was kann ich tun um die Performance zu steigern?

Einen guten Überblick über den Status Quo der eigenen Website und die Verbesserungspotentiale geben Tools wie Page Speed und YSlow. Beide sind für sich genommen schon exzellente Tools, die absolut jedem Webmaster ans Herz zu legen sind. Beide Tools geben Aufschluss über die Leistung einer Website und die einzelnen Punkte, die zur Ladezeit beitragen. Ebenso erhält man wertvolle Tipps und Hinweise, wie man die einzelnen Punkte optimieren kann. Zugegeben, einige Punkte verlangen vertiefte Kenntnisse von CSS und HTML, z.B. wenn es um die Umsetzung von CSS-Sprites zur Reduzierung der Requests an den Server geht. Aber das meiste ist mit vertretbarem Aufwand realisierbar und führt zu verblüffend hohen Einsparungen an Datenvolumen und Serveranfragen und somit zu einer deutlichen Beschleunigung der Seite.

Richtig komfortabel und komplett wird das Ganze wenn an beide Tools miteinander kombiniert abfragt und daraus ein Gesamtbild der Performance zeichnet. Genau das macht GTMetrix.com. Das hervorragende Online-Tool fragt sowohl die PageSpeed-Werte ab als auch die entsprechenden YSlow-Zahlen. Die Ausgabe erfolgt dann in einem sehr übersichtlichen Dashboard, wo auf einen Blick die Grades (englische Noten) von A-F, sowie Ladezeit, Dateigröße insgesamt und die Anzahl der Requests präsentiert werden.

Die Beurteilungskriterien der beiden hier zusammengefassten Tools überschneiden sich in den wichtigsten Punkten. Großes Optimierungspotential ergibt sich erfahrungsgemäß meist in folgenden ausgewählten Bereichen:

- Richtiges Einstellen des Browser-Cachings
– Bilder komprimieren
– CSS zusammenfassen und minimieren/komprimieren
– HTML minimieren/komprimieren
– GZip-Komprimierung serverseitig aktivieren
– Einführen von CSS-Sprites
– JavaScript am Ende der Seite einbinden
– Richtiges Einrichten des Expires-Headers
– Reduzierung der HTTP-Requests
– Nutzen eines CDN (Content Delivery Network)

Hierauf empfehle das Hauptaugenmerk zu setzen, da dies die Optimierungen sind, die die deutlichsten Erfolge erzielen. Die wohl größten Verbesserungen der Ladezeit lassen sich durch die Reduzierung der Serveranfragen (HTTP-Requests) erreichen. Jedes einzelne Bild, jede Grafik, jedes Script etc. erzeugt eine Anfrage des Browsers an den Server zur Übermittlung der Daten. Je mehr Grafiken man z.B. zu einer einzigen zusammenfasst und über CSS-Sprites aussteuert und je mehr Scripte man zu einem großen zusammenfasst, desto weniger Anfragen werden für den Seitenaufbau nötig und desto schneller wird die Website erfolgreich geladen dem Nutzer zur Verfügung stehen. Leider ist der Aufwand für die Reduzierung der HTTP-Requests auch mit der höchste aller Maßnahmen, weshalb wohl nur die wenigsten Webseitenbetreiber alle Maßnahmen auch wirklich komplett umsetzen können werden.

 

manfred-carsten-seoHerzlichen Dank geht an Manfred Carsten für seinen Artikel “Website-Ladezeit messen und optimieren”, den er freundlicherweise für blogos-fair.de verfasst hat.

Seit 2003 beschäftigt sich Manfred Carsten nun schon mit Webtechnologien und Suchmaschinenoptimierung. Was als Hobby begann, übt der passionierte SEO nun schon seit Jahren beruflich aus.

 

Bildnachweis © Photo-K – Fotolia.com

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Und was denkst Du?

  1. Vanessa schreibt:

    Super! Vielen Dank für den informativen Artikel. Besonders das Tool gtmetrix ist wirklich super. Meine Seite hat aktuelle 94% und zeigt 2.2s Ladezeit hat. Hat also noch bisschen Verbesserungspotential. Ich werde mich dranmachen :-)

    Viele Grüße
    Vanessa

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  2. Dani schreibt:

    Vielen Dank! Ein sehr guter Artikel, an die Ladezeiten habe ich bisher noch garnicht gedacht, das wird gleich als nächstes angegangen!

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  3. Andrea Mücke schreibt:

    Sehr schöner Artikel zu einem Thema, was leider viel zu häufig außer Acht gelassen wird. Auch ich habe Anfangs nie wirklich über die Ladezeit nachgedacht bzw. nur minimal (ich wusste eben, dass Bilder nicht zu groß sein sollten), habe aber wirklich festgestellt, dass das ein sehr wichtiger Faktor ist, um die Besucherzahlen zu steigern.

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  4. Frank Schuster schreibt:

    Hallo,

    ein wirklich guter Beitrag zu einem wichtigen Thema. Die Ladezeit einer Webseite spielt eben eine große Rolle für die Platzierung in den Suchergebnissen.
    Top Infos und sehr nützliches Tool.

    Beste Grüße
    Frank

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  5. Adonia schreibt:

    Super Artikel, wird gleich mal getestet und umgesetzt.

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  6. Gewinnspiele schreibt:

    Ich muss gleich mal meine ganzen Seiten prüfen.
    Danke

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  7. DetlefP schreibt:

    Ich muss echt mal meine Seiten Geschwindigkeit Optimieren.

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  8. Karl Goldbach schreibt:

    Ich habe leider auch festgestellt, dass die Ladezeit bei einigen meiner Seiten nicht so gut sind. Aber mit solchen Tools lässt sich dann ganz gut herausfinden, woran es genau liegt :) Vielen Dank für die Tipps!

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