Vier Punkte für mehr Glaubwürdigkeit im Web – Website optimieren

blogos-fair-glaubwuerdigkeit-im-webNur ein Bruchteil von Sekunden entscheidet, ob man eine Website als vertrauenswürdig einstuft oder nicht. Als Blogger und vielmehr noch als Shopbetreiber oder Inhaber einer Unternehmenswebsite kann ich dem Besucher nicht in die Augen blicken, um meine Seriosität zu beweisen – meine Webpräsenz muss für sich sprechen.

Was macht eine Website professionell und glaubwürdig?

Wenn wir über das “Hop oder Top” einer Website urteilen, laufen diese Entscheidungsprozesse meist unbewusst ab und sind an äußerliche Faktoren gekoppelt. Eigentlich schade, denn so vergeuden wir womöglich hin und wieder unsere wertvolle Zeit auf hübsch getünchten und professionell wirkenden Plattformen mit dem Inhaltsfaktor null, während wir “kleine Webperlen” aufgrund ihres Stümper-Layouts gerne mal übersehen.
Sicherlich schadet es nicht, sein Besucherverhalten einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen und eigene Klickpraktiken zu überdenken. Für Website-Betreiber aber ist es zudem wichtig, mit gezielten Maßnahmen die Aufmerksamkeit der Besucher zu gewinnen und zu bündeln.

To Do’s für mehr Beachtung – Website optimieren

1. Erscheinung

Natürlich ist nicht jeder ein geborener Webdesigner, doch geht es ja auch zunächst einmal darum, überhaupt ein stimmiges Konzept zu kreieren. Grundsätzlich sollte man sich immer darauf konzentrieren, was das Webprojekt repräsentiert: Firma, Hobby, Beruf, Alltag usw.
Nachdem man geklärt hat, welche Charakteristika man auf der Website verkörpern möchte, müssen diese sozusagen ins Design der Seite “übersetzt” werden. Essentiell ist dabei, dass alles in sich stimmig wirkt.

Welche Farben verkörpern meine Firma / mein Blog?

Farben wirken ganz unterschiedlich. Während dunklere Farben eher Seriosität vermitteln, wirkt Knalliges oft modern und hip. Außerdem stellt sich die Frage, ob man lediglich farbliche Akzente setzt oder die Seite komplett in den Farbtopf fallen lässt. Je nach Gegenstand und Grundaussage funktionieren beide Methoden.

Welche Schrift passt zum Projekt?

In erster Linie sollte natürlich auf gute Lesbarkeit geachtet werden. Dennoch kann die Wahl der richtigen Schriftart beispielsweise für den Header-Bereich oder das Logo essentiell sein. Hier gilt ausprobieren. Korrekte Orthographie gehört zwar nicht unmittelbar zum Bereich Design, ist aber immens wichtig. Wer zu viele Schnitzer in die Texte haut, disqualifiziert sich selbst.

 

2. Usability

Leider verfügen noch immer zahlreiche Websites (auch  professionell betriebene Plattformen) über eine schlechte bzw. über überhaupt keine Benutzerfreundlichkeit. Da der “normale” Internetuser aber von Natur aus ungeduldig ist, kann eine schlechte Usability verheerend für die Besucherbilanz sein.
Wer über Google Analytics feststellt, dass zahlreiche Besucher recht schnell wieder von der Seite abspringen, sollte sich die Frage nach dem Warum stellen. Zwar kann es sein, dass man als Besucher schlicht nicht  das vorfand, was man suchte, doch kann auch eine mangelhafte Usability dafür verantwortlich sein. Ein klares Indiz hierfür ist für Shopbetreiber beispielsweise der abrupte Abbruch eines Bestellvorgangs.

Durcheinander vermeiden!

Gerade Blogs sind für ein gewisses kreatives Chaos anfällig, denn startet man ein neues Weblog-Projekt, geht man dies meist nicht allzu strukturiert, sondern recht impulsiv an. Begierig, endlich loszulegen, wird in die Tasten gehauen. Menüpunkte und Navigation kann man sich ja noch hinterher überlegen…
Um eine wirklich durchdachte und für den Besucher augenblicklich nachvollziehbare Struktur zu bewerkstelligen, sollte man sich schon früh Gedanken zur Navigation auf der Website machen. Meine Ansicht dabei: Weniger ist mehr. Wer zu viele Kategorien und Unterkategorien und Unter-Unter-Kategorien aufmacht, läuft Gefahr, sich zu verzetteln. Ab einem gewissen Zeitpunkt wächst ein Blog dynamisch – neue Kategorien und Schwerpunkte tun sich dann wie von ganz alleine auf.

Schwerpunkte setzen!

Man kann unmöglich alles abdecken! Es gibt Blogs, die sozusagen einen Rundumschlag vornehmen und sich eine kleine, feine Fangemeinde aufbauen. In der Regel aber ist es ratsam, Schwerpunkte zu setzen, um es sich und seinen Besuchern leichter zu machen. Ein neuer Besucher sollte innerhalb von ein paar Sekunden ausmachen können, worum es auf der Website eigentlich geht. Wenn dies nicht der Fall ist, wird er sich später vermutlich nicht mehr allzu gut an Blog, Shop oder Firmenpage erinnern.
Schwerpunkte sind übrigens nichts Statisches. Natürlich sollte man vermeiden, sein Blog alle zwei Wochen neu zu akzentuieren, doch besteht durchaus die Möglichkeit, auf Userwünsche zu reagieren. Im Sinne der Usability-Offensive ist dies sogar gewollt. Auch hierfür eignet sich als Instrument Google Analytics. Um seine eigene (teilweise sogar unbewusste) Schwerpunktsetzung mit den Vorlieben der Besucher in Einklang zu bringen, kann man beispielsweise die Daten aus Analytics mit der Verschlagwortung des Blogs abgleichen. Für welche Keywords werde ich gesucht, für welche gefunden und welche Schlagworte sind in meinem Blog besonders vertreten?

Nein zu Überfülle!

Hier muss man zwischen Blogs und statischen Websites unterscheiden. Grundsätzlich ist ein reichhaltiges Angebot für den Besucher schmackhaft. Firmen sollten ausführliche Texte aber besser auf ihren Corporate Blog auslagern und diesen prominent auf ihrer statischen Website in Szene setzen. Dieser Umstand hat sehr viel mit Erwartungshaltung zu tun: Trifft ein Besucher auf ein Blog, erwartet er Info-Artikel, Tipps und Originelles; trifft er jedoch auf eine Unternehmenswebsite, sucht er zumeist eher grundlegende Fakten, Kontaktadressen oder ähnliches.
In jedem Fall sollte man als Seitenbetreiber auf Ausgeglichenheit setzen. Tägliches Bloggen ist toll, aber dann auch mit Inhalt. User merken es recht schnell, wenn lediglich Lückenbüßer platziert werden und neue Besucher kann man mit 08/15-Posts keinesfalls für sich begeistern.

Den Besucher an die Hand nehmen!

Hartnäckig hält sich das Gerücht vom dummen Internetuser. Meiner Ansicht nach sind Besucher keinesfalls dumm, sondern höchstens ein bisschen verwöhnt. Aus Erfahrung wissen wir, dass letztlich jede Website ersetzbar ist: Finde ich meine gewünschten Inhalte nicht auf dieser Seite / bei diesem Anbieter, wechsle ich halt ganz einfach zu jenem. Der Wettbewerb macht’s möglich und damit macht er Websites besser, denn als Betreiber bin ich in Zugzwang was die Navigation meiner Seite anbelangt. Es ist absolut verständlich, dass der Besucher Komfort möchte und den muss ich ihm nun liefern. Letztlich erfordert das ein Hineinversetzen in Besucher und Kunde. Wie muss ich die Artikel / die Produkte / den Bestellprozess aufbereiten, damit sich der User schnell zurechtfindet und die gewünschten informationen erhält?

 

3. Transparenz

Transparenz geht über die Darstellung von Datenschutzrichtlinien im Impressum hinaus. Für Shopbetreiber beispielsweise ist es vonnöten, die Liefer- und Zahlungsbedingen klar zu definieren. Viele User bestellen arglos, andere hingegen möchten zunächst genauestens über die Versandkosten aufgeklärt werden.

Auch für Blogger stellt sich die Frage nach der Transparenz. Im Affiliate-Marketing-Zeitalter macht man einen Schritt auf den User zu, wenn man offenlegt, was Werbung ist und was nicht, wofür man eine Provision einstreicht und was man ganz ohne Eigennutz empfiehlt. Im Grunde bedeutet Transparanz in diesem Fall Ehrlichkeit gegenüber dem Besucher seiner Seite.

Was Newsletter-Bestellvorgänge angeht, ist Transparenz übrigens Mangelware: Ich persönlich bestelle keinen Newsletter, wenn ich nicht darüber informiert werde, wie ich ihn später wieder abbestellen kann. Des Weiteren sollte man alle überflüssigen Angaben-Aufforderungen vermeiden. Der moderne Internetuser ist mittlerweise sensibilisiert für alle möglichen Datenklau-Tricks (vielleicht ist er mittlerweile sogar schon zu empfindlich). Es gilt daher, das Newsletter-Bestell-Formular schlicht zu halten; keine Geburtsdatum-Abfrage oder ähnliches, das macht potenzielle Besteller oft stutzig. Auch sollte man dem User nicht die Wahl zwischen HTML- oder Text-Format lassen; die wenigsten Besucher können mit solch kryptischen Umschreibungen etwas anfangen.

 

4. Referenzen

Der Internetnutzer liebt Empfehlungen. Im Zeitalter sozialer Netzwerke verlassen sich viele auf die Ratschläge und Tipps anderer Nutzer. Möglicherweise sind solche Leute noch nie mit den Machenschaften so genannter Black-Hat-SEOs in Berührung gekommen…

Nichtsdestotrotz erlebt die Share-Kultur im Netz ihre Blütezeit. Durch gezielte Auswahl an sozialen Kanäle kann man diese Mentalität für sich und sein Webprojekt nutzen. Ein eigener Twitter- oder Facebook-Kanal suggeriert dem neuen Besucher der Website eine gewisse Größe des Webprojekts (natürlich hängt dies auch von der Zahl der Follower und Fans ab). Entscheidet man sich gegen diese “Sozialmaßnahmen”, besteht noch immer die Möglichkeit, Share-Buttons auf seiner Website zu platzieren, um Besuchern eine einfache Möglichkeit zu bieten, aktiv Inhalte zu verbreiten. (Bei WordPress-Blogs funktioniert das beispielsweise mit diesem Plugin).

Firmen-Homepages haben außerdem die Möglichkeit, Kundenstimmen auf der Webpräsenz in Szene zu setzen. Shopbetreiber können bei einzelnen Artikeln verzeichnen, wieviele User, sich diesen bereits angeignet haben – frei nach der Devise: So viele zufriedene Kunden können nicht irren!

Ähnliches steht auch Bloggern zur Verfügung: Man kann z.B. eine Liste mit den beliebtesten Artikeln auf der Startseite veröffentlichen oder über Bewertungs-Funktionen für mehr Dynamik sorgen. Des Weiteren sollte man regelmäßig seine Backlinks checken, es könnte ja sein, dass man von einem anderen Blogger verlinkt wurde. Wenn dies der Fall ist, macht es auf Besucher Eindruck, wenn man diesen Umstand auf seinem Blog kommuniziert: Denn wenn andere über einen berichten, zeugt dies von einer gewissen Prominenz im Web.

 

Grundsätzliches zur Glaubwürdigkeit von Websites

Es gibts viele kleine Tipps und Tricks zur Verbesserung der eigenen Glaubwürdigkeit. Nicht weniger Seitenbetreiber greifen sicherlich auch auf sehr zweifelhafte Methoden zurück, um ihre Reputation zu erhöhen, beispielsweise über gefakte Empfehlungen in Bewertungsportalen oder ähnliches. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Glaubwürdigkeit im Web sehr viel mit Qualität zu tun hat. Es ist beruhigend zu wissen, dass diese sich letztlich immer durchsetzt.

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Und was denkst Du?

  1. Heinrich schreibt:

    Hi, sehr interessanter Artikel. In unserer Zeit, wo das Internet immer wichtiger wird, vor allem für Unternehmen, ist die perfekte und passende Gestaltung der Webseite ein absolutes Muss. Bei der Optimierung muss wirklich fast alles passen, damit der Besucher auf der Seite gehalten wird. Ich hab mir ein paar Sachen von hier gemerkt und werde versuchen sie auf meiner Webseite zu verbessern. Danke dafür.
    Grüße

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    • Annemarie schreibt:

      Hallo Heinrich!
      Danke :) Stimmt, mittlerweile gibt’s jede Menge zu beachten. Manchmal lästig, aber oft macht es auch Spaß, seine Website immer mehr zu optimieren. Ich freu mich jedenfalls immer über Anregungen und Tipps. Fertig wird man da vermutlich nie ;)
      Bei freizeitmäßig betriebenen Blogs verzeiht man den ein oder anderen Schnitzer, aber bei Unternehmens-Websites hängt manchmal richtig Geld dran.
      Liebe Grüße,
      Annemarie

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  2. Claudius schreibt:

    Da da Angebot an Internet-Seiten zu einem bestimmten Thema immer größer wird, steigt zunehmend auch der Anspruch der Nutzer. Mir ist dabei vor allem aufgefallen, dass viele Internet-User großen Wert darauf legen, dass sie binnen kürzester Zeit alle Informationen finden, die sie benötigen. Kaum jemand ist in der heutigen Zeit noch dazu bereit sich durch mehrere Seiten zu klicken, um das gewünschte Ergebnis geliefert zu bekommen.

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    • Annemarie schreibt:

      Hallo Claudius!

      Genau deshalb ist es auch so wichtig, keine “Seifenblasen”-Website zu gestalten, die viel verspricht und nichts hält. Häufig habe ich den Eindruck, dass man User für dumm verkaufen möchte.
      Und es zeigt auch: Je mehr Konkurrenz und Wettbewerb desto wichtiger wird Usability.

      LG, Annemarie

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  3. Roland schreibt:

    Ich stimme dir zu Heinrich.
    Wenn man nach diesem Artikel die Webseiten, die man sich anschaut überprüft, fällt einem sehr schnell auf, was bei der einen Webseite besonders gut gelungen ist und bei der anderen eher nicht so gut. Ich selbst habe meine eigene Homepage und werde diese jetzt auch noch einmal nach den oben genannten Kriterien überprüfen.

    Vielen Dank

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  4. Kleine Monzter schreibt:

    Ein wichtiger Punkt (Nummer 5) fehlt meiner Meinung nach in Deiner recht umfangreichen Auflistung – obwohl Du offensichtlich rege davon Gebrauch machst (aber vielleicht bist Du Dir dessen selbst noch gar nicht bewusst). Ich würde ihn neudeutsch mit “social trust” umschreiben. Gemeint ist der Umstand, dass sich die Leser einer Website ernst und angenommen fühlen sollten.
    Konkret bedeutet dies zum Beispiel, dass Du auf Ihre Kommentare antwortest (wie auf dieser Seite zu sehen, auf den Kommentar von Heinrich).
    Das finde ich gut! Denn es zeigt, dass Du Dich mit Deinen Lesern auseinandersetzt. Und auch das ist ein Qualitätsmerkmal.

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    • Annemarie schreibt:

      Hi!

      Danke, ich versuche es zumindest. Social Trust ist ein guter Punkt – damit müsste ich mich mal gesondert auseinandersetzen. Das wird im Zeitalter von Social Media immer wichtiger, da bin ich mir sicher. Beim Freischalten der Kommentare (und beim Dialog führen) bin ich aber manchmal etwas schusselig – werde mich aber bessern ;)

      Liebe Grüße
      Annemarie

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  5. Chrisi schreibt:

    Hallo,

    da ich ja schon seit meiner frühesten Kindheit eine ziemlich kreative Ader besitze, bastel ich auch an meinen Blogs und Webseiten sehr gerne herum. Allerdings bin ich der Meinung, dass man seine Projekte regelmäßig weiter optimieren muss, um Google auch immer möglichst zufrieden zu stellen. Dennoch wird es auch bei der am besten optimierten Website noch ein paar Kritiker geben, die etwas auszusetzen haben.

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  6. Lisi schreibt:

    Gute Liste. Viele kommerzielle Seiten benutzen ja immer die Medien (Zeitungen & Fernsehen) in denen Sie erwähnt wurden. Bei uns ist das einer der starken Punkte, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Aber am besten ist immer das Kundenfeedback, aber User werden immer fauler, um Ihre Meinung aufzuschreiben. Wie bekommt Ihr eure Community zum Schreiben von Kommentaren?

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