Bewerbermarketing & Social Media – Die Wege der Unternehmen im Web 2.0

bewerbermarketing-artikelEs ist eine wichtige Marketing-Disziplin, auch wenn sie nicht der direkten Vermarktung von Waren oder Dienstleistungen dient. Bewerbermarketing wird gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiges Standbein der Bemühungen um die besten Mitarbeiter in Deutschland und weltweit. Unternehmen sehen sich immer mehr gezwungen auf der Suche nach potentiellen Mitarbeitern alte Pfade zu verlassen und neue Wege auch im Internet zu beschreiten. Wo sich früher die Bemühungen mancher Unternehmen bei der Nachwuchssuche auf die simplen Basics der Rekrutierung beschränkten, müssen die Verantwortlichen Personaler heute schon schwerere Geschütze bei der Jagd auf die besten Talente auffahren. Und genau hier kommt Bewerbermarketing ins Spiel.

Bewerbermarketing Begriffsklärung

Bevor man auf die einzelnen Instrumente eines erfolgreichen Bewerbermarketings eingeht ist es zunächst wichtig zu klären, was Bewerbermarketing überhaupt bedeutet. Bewerbermarketing hat im Wesentlichen drei Ausrichtungen:
a) Die Unternehmensseite: Bemühung um potentielle Arbeitnehmer
b) Die Arbeitnehmerseite: Bemühung um eine passende Arbeitsstelle
c) Dritte: Bemühungen Angebot und Nachfrage zusammenzubringen

In seinem Essay „Die andere Seite – Bewerbermarketing“ definiert Peter Laag den Begriff des Bewerbermarketings aus Sicht des Arbeitnehmers als „alle Maßnahmen zur Schaffung einer eigenen personality nach außen mittels gezielten Marketingtätigkeiten für die eigene Person im Hinblick auf den Bewerbungsprozess“.

Ich möchte dieser Definition zustimmen und sie sogar auf die Unternehmensseite ausdehnen. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels müssen Unternehmen immer mehr selbst und gezielt hohe Potentiale anwerben. Dies kommt einer Bewerbung beim potentiellen Arbeitnehmer gleich, so dass sich die obige Definition nahezu unverändert auf die Unternehmensseite übertragen lässt. Unternehmen sehen sich immer mehr veranlasst, mittels Marketingaktivitäten eine eigene „personality“ nach außen zu schaffen um Bewerbungsprozesse anzustoßen.

Wie funktioniert gutes Bewerbermarketing? Ein Leitfaden

Wer sich tiefer mit dem Anwerben neuere Mitarbeiter beschäftigt, dem sei das Buch “Personal gewinnen mit Social Media” von Hermann Arnold ans Herz gelegt. Darin beleuchtet dieser gerade die Unternehmensseite des Bewerbermarketings, nämlich die Bemühung um potentielle Arbeitnehmer und die heutigen Wege um dieses Ziel erfolgreich zu erreichen. Hier spielt Social Media mittlerweile eine durchaus wichtige Rolle und stellt Unternehmen immer wieder vor neue Fragen und Herausforderungen:

  • Was sind die richtigen Umgangsformen mit Bewerbern in den sozialen Medien?
  • Welche Rolle spielt der Webauftritt des Unternehmens im Bewerbermarketing-Mix?
  • Wie nutze ich Suchmaschinen bei der Suche nach den passsenden Bewerbern richtig?
  • Wie kann ich Facebook und Twitter in dem Marketingmix gezielt einbinden und Werbung für offene Stellen schalten?
  • Wie nutze ich professionelle Job- und Karriereplattformen wie z.B. Xing richtig?

Dies sind nur einige der zahlreichen Fragen, auf die der Autor eine dezidierte Antwort gibt. Aber trotz der Schwerpunktsetzung des Buchs auf den Bereich Social Media gelingt es einen guten Rundumschlag auch zu allen anderen Bereichen des Recruitings zu geben. So werden die verschiedensten Quellen der Stellenbesetzung überblickartig aufgezeigt und auch ein guter Überblick über die wichtigsten Informationsquellen für Stellenangebote gegeben.

Personalmarketing

Hermann Arnold gelingt es mit seinem Buch einen wirklichen Leitfaden mit hohem praktischen Nutzen zur Verfügung zu stellen. Der Stil ist verständlich und präzise, die Zusammenfassungen an den richtigen Stellen helfen checklistenartig den Überblick zu bekommen. Das tolle an diesem Buch ist, dass es die gute Strukturierung ermöglicht, sich schnell dem Kapitel zu widmen, das für einen interessant ist. Wenn auch die Zielgruppe Unternehmen und Personalverantwortliche sind, eignet sich das Buch aus der Haufe Praxisratgeber-Reihe auch bestens für Bewerber, die verstehen wollen, wie Unternehmen auf die Suche nach Potentialen gehen. Denn nur wer weiß, wie Unternehmen suchen und wo, kann sich darauf einstellen und sich dort positionieren.

Das Buch zum Thema:
Personal gewinnen mit Social Media – Die besten Strategien und Instrumente für ihr Bewerbermarketing im Web 2.0
Hermann Arnold, 232 Seiten
1. Auflage 2012, erschienen im Haufe Verlag, Freiburg
ISBN: 978-3-648-01899-6

Bildnachweis: © moonrun – Fotolia.com

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  1. Tim schreibt:

    Hey, danke für den Buchtipp – super!

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  2. Johannes schreibt:

    Immer mehr Unternehmen wollen über Facebook neue Arbeitskräfte generieren. Gerade auf dem Land fällt es den Firmen immer schwerer geeignete Leute zu finden. Daher geben sich die meisten Firmen auf Facebook und Co als freundlich und menschlich und sich so einer breiten Masse zu präsentieren und interessant für Bewerber zu werden.

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  3. Christian schreibt:

    Hallo zusammen,

    auch ich danke für den Buchtipp. Social Media gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ich bin mir jedoch sicher und wirklich davon überzeugt, dass sich in Sachen Social Media einiges tun muss. Ich denke, dass es Facebook und Co. wie es aktuell ist, in 5-10 Jahren auf keinen Fall mehr geben wird. Die Frage ist, ob es dann überhaupt noch die üblichen Webseiten gibt. Ein sehr spannendes Thema.

    Wie seht ihr das ?

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  4. sascha schreibt:

    Ist doch auch irgendwie verständlich hier auf Facebook sieht man direkt interessen des Bewerbes und in welcher Region er lebt. Gezielter suchen kann man nicht. Der größte Teil der Facebook nutzer ist auch Jung und sind ja gut für den Arbeitsmarkt. Auch der Werbeeffekt ist hier gut da man eben ganz gezielt und gefiltert Leute ansprechen kann.

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  5. Sandra schreibt:

    ich weiss nicht… der Ansatz ist ja gut – aber Social Media bedeutet für mich auch, dass ich ein Stück Privatssphäre für meinen Arbeitgeber aufmache – und wer will das schon…
    Da müsste man ja dann ein zweites FB-Profil anlegen und dieses dann für die Jobsuche verwenden…

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  6. Paul Czickus schreibt:

    Meinem Vorredner kann ich mich nur anschliessen. Viele Firmen gehen heute wirklich den Weg über die sozialen Netzwerke Facebook oder Twitter, um neue Arbeitskräfte zu bekommen. Aber Xing wird glaube ich dafür auch noch sehr gut genutzt, um neue Mitarbeiter zu finden.

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  7. Kaffee-Klaus schreibt:

    Xing ist die beste Plattform um neue Mitarbeiter zu finden. Facebook wird für diese ganze Thema überbewertet. Die beste Quelle sind immer noch die Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter, da habe ich nur gute Erfahrungen.

    Grüße Klaus

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  8. Marco vom Katzenkacke! - Blog schreibt:

    Aus Personaler- und Facebooker-Sicht eine Anmerkung. Wenn ich mich für Arbeitsstellen interessiere, die über ein gewisses “Level” verfügen, muß ich mich bei meinem Social-Media-Verhalten von Anfang an darauf einstellen. Meine private Pinnwand kann ich aber noch ganz gut abschotten, indem ich darauf achte, dass die Einstellung für meine Posts auch tatsächlich auf “Freunde” geschaltet ist und nicht auf “öffentlich” oder “Freunde von Freunden” – Ich habe mir als Recruiter mit wachsender Begeisterung entsprechende Nachlässigkeiten meiner Bewerber angeschaut und so manches mal meinen Ersteindruck revidiert. Allerdings muß ich gestehen, dass das Bild, was FB mir ungewollt oft vom Bewerber vermittelte um einiges ehrlicher war, als die gelackten Xing-Selbstdarstellungen. Für den Personaler wiederum sind lokale FB-Gruppen mit einer gewissen Reichweite eine passable Möglichkeit, nach Bewerbern zu fischen. Ich hatte zum Beispiel die Erlaubnis in unserer Regioalgruppe mit 1700 Mitgliedern meine Stellenangebote auszuschreiben – da gab es auch den einen oder anderen Treffer, während Ausschreibungen bei Xing in den einschlägigen Gruppen keinen Erfolg zeitigten.

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